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G7.2.a Gewaltstraftaten pro 100'000 Einwohner

Für Nachhaltigkeit erforderliche Entwicklung: Abnehmen oder halten

Tatsächliche Entwicklung

Seit 2009* Seit 2014*


Die schweren Gewaltstraftaten (gleitender Durchschnitt über 3 Jahre) pro 100‘000 Einwohner nehmen ab. Im Jahr 2014 gab es weniger schwere Gewaltstraftaten als noch im Jahr 2009.

* gleitender Durchschnitt über 3 Jahre

Aussagekraft

Der Indikator misst die polizeilich registrierten Gewaltstraftaten gemäss Strafgesetzbuch (StGB) und gibt dadurch Auskunft über die Sicherheit der Bevölkerung.
Ein Anstieg der Straftaten senkt das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung.
 

Daten rund um den Indikator

Kommentar

Die Zahl schwerer Gewaltstraftaten schwankt von Jahr zu Jahr stark.
Wegen der ausgeprägten Schwankungen wird bei der Beurteilung der Entwicklungsrichtung hinsichtlich Nachhaltigkeit der gleitende 3-Jahres-Durchschnitt verwendet. Im Vergleich zum Anfangswert (Durchschnitt 2008-2010) haben die schweren Gewaltstraftaten bis zum Endwert (Durchschnitt 2013-2015) leicht abgenommen. Die starken Abnahmen in den Jahren 2013 und 2014 konnten den Anstieg im Jahr 2015 kompensieren, so dass der Indikator auch im Vergleich zur Vorperiode eine Entwicklung hin zur Nachhaltigkeit anzeigt.

Definition

Anzahl der schweren Gewaltstraftaten pro 100‘000 Einwohner (ständige Wohnbevölkerung am 31.12.). Aufgrund der starken Schwankungen von Jahr zu Jahr wird ein gleitender Durchschnitt über 3 Jahre verwendet.

Um eine Gewichtung der verschiedenen Gewaltstraftaten zu erreichen, wird zwischen schwerer und minderschwerer Gewalt unterschieden. Zu den schweren Gewaltstraftaten zählen gemäss der Polizeilichen Kriminalstatistik folgende Handlungen (nach StGB): Tötungsdelikte (Art. 111-116), schwere Körperverletzung (Art. 122), Raub (Art. 140 Abs. 4), Geiselnahme (Art. 185) und Vergewaltigung (Art. 190). Minderschwere Gewalt liegt u. a. bei einfacher Körperverletzung (Art. 123), Raub, (Art. 140 Abs 1-3), Tätlichkeiten (Art. 126), Drohung (Art. 180) und Nötigung (Art. 181) vor.
Nicht enthalten sind gesetzeswidrige Handlungen, die der Polizei nicht zur Kenntnis gelangen (Dunkelfeld) oder die über andere Wege direkt in ein Justizverfahren münden.

Grenzen der Aussagekraft

Veränderungen bei den Gewaltstraftaten können sowohl durch Änderungen im Anzeige- bzw. polizeilichen Ermittlungsverfahren als auch im Anzeigeverhalten der Bevölkerung begründet sein. Das Anzeigeverhalten ist zudem von der gesellschaftlichen Einstellung gegenüber Gewaltstraftaten geprägt.
Unbeachtet bleibt, ob die beschuldigte Person rechtskräftig verurteilt wurde oder nicht.

Verwandte Indikatoren

G7.2b Diebstahldelikte pro 1‘000 Einwohner
Kontextindikatoren "Gesellschaft"

Weitere Informationen

Kantonspolizei Kanton Thurgau
Thurgauer Kriminalstatistiken

Bundesamt für Statistik
Kriminalität, Strafrecht