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G2.1 Bildungsunterschiede nach Migrationshintergrund

Für Nachhaltigkeit erforderliche Entwicklung: Abnehmen

Tatsächliche Entwicklung

Seit 2010/12 Seit 2014

Der Unterschied zwischen der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund, die höchstens einen obligatorischen Schulabschluss (Sek 1) hat, blieb zwischen 2010/2012 und 2014 unverändert.

Aussagekraft

Der Indikator zeigt, ob und wie stark sich die Bildungschancen je nach Migrationshintergrund unterscheiden. Personen, die lediglich über die obligatorische Schulbildung und keinen weiteren Bildungsabschluss verfügen, tragen generell ein gewisses Arbeitslosigkeitsrisiko. Wenn Personen zudem einen Migrationshintergrund aus nichtdeutschem Sprachraum haben, ist die dauerhafte Integration in die Gesellschaft erschwert.

Lesebeispiel: Der Bildungsunterschied im Jahr 2014 liegt bei 42 %. Dies ist die Differenz zwischen dem Bevölkerungsanteil, der höchstens über einen Sek-1-Abschluss verfügt, in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund (53 %) und jenem in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (11 %).

Daten rund um den Indikator

Kommentar

16 % der im Thurgau ansässigen 20- bis 64-jährigen Wohnbevölkerung verfügten 2014 über keine Berufslehre oder sonstige weiterführende Ausbildung, sondern haben lediglich die obligatorische Schulbildung absolviert. Dies betrifft vor allem Personen mit Migrationshintergrund aus dem nichtdeutschen Sprachraum. In dieser Bevölkerungsgruppe hat mehr als jeder Zweite maximal die obligatorische Schulzeit abgeschlossen. Bei Thurgauerinnen und Thurgauern ohne Migrationshintergrund oder jenen, die aus dem deutschsprachigen Ausland stammen, kommt dies deutlich seltener vor: nur rund jeder zehnte 20- bis 64-Jährige hat nach der obligatorischen Schulzeit (noch) keine weiterführende Ausbildung abgeschlossen.
Der Bildungsunterschied zwischen den Bevölkerungsgruppen mit und ohne Migrationshintergrund ist mit rund 42 Prozentpunkten im Jahr 2014 hoch. Er hat sich in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert (die Vertrauensintervalle überschneiden sich).
Bei den jüngeren Personen (20- bis 44-Jährige) mit Migrationshintergrund hat sich seit 2010/2012 jedoch der Anteil jener, die lediglich einen Sek-1-Abschluss haben, von etwa 56 % auf 45 % im Jahr 2014 verringert. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil jener, die einen Sek-2-Abschluss haben, von 30 % auf 40 %.

Definition

Differenz zwischen den Anteilen der Bevölkerung mit einem höchsten Abschluss auf der Sekundarstufe 1 und Migrationshintergrund und jenen ohne Migrationshintergrund.

Formel:

Einheit: Prozentpunkte

Personen mit Migrationshintergrund:

  •  Ausländer mit dem Merkmal „nichtdeutsche Hauptsprache“
  •  Bevölkerung schweizerischer Nationalität mit Migrationshintergrund und dem Merkmal „nichtdeutsche Hauptsprache“

Hauptsprache:

  •  Sprache, in der man denkt und die man am besten beherrscht

Bevölkerung schweizerischer Nationalität mit Migrationshintergrund:

  •  im Ausland geborene Eingebürgerte,
  •  im Inland geborene Eingebürgerte mit mindestens einem im Ausland geborenen Elternteil,
  •  in der Schweiz geborene Schweizer/innen mit zwei im Ausland geborenen Eltern und
  •  im Ausland geborene Schweizer/innen mit zwei im Ausland geborenen Eltern.

Grenzen der Aussagekraft

Zwischen dem Thurgauer Bildungssystem und den Personen, welche die Schulbildung ausschliesslich im Ausland absolviert haben, gibt es keinen Zusammenhang.

Verwandte Indikatoren

G1.1 Anteil Personen ohne nachobligatorischen Bildungsabschluss (25- bis 64-Jährige)
W2.1.b Anteil von Studierenden in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik)
Kontextindikatoren "Gesellschaft"

Weitere Informationen

Dienststelle für Statistik Kanton Thurgau
Strukturerhebungen (zur Erhebung)

Bildungsstatistik Thurgau

Bundesamt für Statistik
Bildung