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W1.2.c Anteil Stellensuchende

Für Nachhaltigkeit erforderliche Entwicklung: Abnehmen

Tatsächliche Entwicklung

Seit 2003/09 Seit 2014
Der Anteil Stellensuchender an der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung liegt auf einem leicht tieferen Niveau als im Durchschnitt des letzten Konjunkturzyklus (2003 bis 2009). Infolge der schwierigen Wirtschaftslage ist er zuletzt jedoch stark gestiegen. gelb rot

Aussagekraft

Der Anteil Stellensuchende zeigt, in welchem Mass es erwerbswilligen Personen gelingt, eine Beschäftigung zu finden.Anteil Stellensuchender

Daten rund um den Indikator

Kommentar

Die Zahl der Stellensuchenden schwankt je nach Konjunkturlage stark. Nach dem Rezessionsjahr 2009 stieg sie deutlich an, erholte sich danach aber wieder. Aufgrund des schwierigen weltwirtschaftlichen Umfelds nahm die Zahl der Stellensuchenden in den letzten Jahren zu. Insbesondere die Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 wirkte sich – mit zeitlicher Verzögerung – spürbar aus.

Definition

Anteil der registrierten Stellensuchenden (Jahresdurchschnitt) an der 15- bis 64-jährigen ständigen Wohnbevölkerung

Registrierte Stellensuchende: Alle registrierten arbeitslosen und registrierten nichtarbeitslosen Personen, welche beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemeldet sind und eine Stelle suchen.

Registrierte Arbeitslose: Personen, welche bei einem RAV gemeldet sind, keine Stelle haben und sofort vermittelbar sind. Dabei ist es unerheblich, ob diese Personen eine Arbeitslosenentschädigung beziehen oder nicht.

Registrierte nichtarbeitslose Stellensuchende: Personen, die bei einem RAV registriert, jedoch im Unterschied zu den Arbeitslosen entweder nicht sofort vermittelbar sind oder aber über eine Arbeit verfügen. Zu den registrierten nichtarbeitslosen Stellensuchenden werden beispielsweise Personen in Programmen zur vorübergehenden Beschäftigung, in Umschulung oder Weiterbildung oder im Zwischenverdienst gezählt.

Die Beurteilung der Entwicklungsrichtung hängt bei diesem Indikator stark vom Anfangszeitpunkt der betrachteten Zeitperiode ab. Der Basiswert für die Beurteilung der längerfristigen Entwicklungsrichtung soll weder in einem konjunkturellen Hoch noch in einem Tief liegen. Für die Bewertung der Entwicklungsrichtung wird bei diesem Indikator deshalb der Durchschnitt des Konjunkturzyklus 2003–2009* als Basiswert verwendet. Dies ist der erste vollständige Konjunkturzyklus, für den zurückrevidierte (und damit vergleichbare) BIP-Daten für die Schweiz vorliegen.

* Tiefpunkt 2003-Tiefpunkt 2009. Damit bei der Durchschnittsberechnung nicht Werte aus zwei „Tiefpunktjahren“ einfliessen, bildet der Durchschnitt der Jahre 2003-2008 den Anfangswert für die Beurteilung der Entwicklungsrichtung.

Grenzen der Aussagekraft

Der Indikator zeigt nicht vollständig, wie viele erwerbswillige Personen keine Beschäftigung finden. Zum einen fehlen ausgesteuerte Personen. Diese haben wenig Anreiz, bei einem RAV angemeldet zu sein und sind deshalb meist nicht mehr als Stellensuchende registriert. Zum anderen verzichten auch Personen, die neu ins Erwerbsleben einsteigen bzw. wiedereinsteigen wollen (z. B. Frauen nach der Familienphase), häufig auf eine Registrierung beim RAV. Ausserdem hängt die Beurteilung der Entwicklungsrichtung bei diesem Indikator stark vom Anfangszeitpunkt der betrachteten Zeitperiode ab (vgl. Ausführungen bei „Definition“).

Verwandte Indikatoren

W.1.1 Bruttoinlandprodukt pro Einwohner
W1.2.a Anzahl Arbeitsplätze
W.2.1.a Erwerbsquote

Weitere Informationen

Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)
Arbeitsmarktstatistik

Bundesamt für Statistik
Erwerbslosigkeit und offene Stellen