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W2.1.b Anteil von Studierenden in MINT-Fächern

Für Nachhaltigkeit erforderliche Entwicklung: Zunehmen

Tatsächliche Entwicklung

Seit 2000 Seit 2016
Seit einigen Jahren nimmt der Anteil von Studierenden in MINT-Fächern wieder zu. Inzwischen studieren anteilsmässig wieder gleich viele Studierende ein MINT-Fach wie im Jahr 2000. gelb grün

Aussagekraft

Die technologische Entwicklung erhöht den Bedarf der Unternehmen an MINT-Fachkräften. Je mehr Studierende in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik (MINT) ausgebildet werden, desto besser kann der Bedarf der Thurgauer Unternehmen gedeckt werden, und desto weniger sind die Unternehmen auf den Zuzug von MINT-Fachkräften angewiesen.

 

Daten rund um den Indikator

Kommentar

Der Anteil der Thurgauer Studierenden in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik (MINT) an allen Studienfächern nimmt seit einigen Jahren zu. Zuletzt stieg er von 33,3 % im Jahr 2016 auf 34,0 % im Jahr 2017.
Vor siebzehn Jahren hatte der Anteil ebenfalls bei 34 % gelegen. Danach verringerte er sich und erreichte 2009 einen Tiefstand von 28,6 %. Der Rückgang hing vor allem mit dem schnelleren Wachstum der Studierenden in anderen Studienfächern zusammen. Seit 2009 nehmen MINT-Studierende wieder stärker als die Gesamtzahl der Studierenden zu.

Im Jahr 2017 waren insgesamt 1‘406 Thurgauer MINT-Studentinnen und -Studenten eingeschrieben. Hauptsächlich sind es Männer, die ein MINT-Fach wählen. Zuletzt stieg die Zahl der Frauen jedoch etwas an (von 320 auf 350 Frauen), wodurch nun jede vierte MINT-Studierende weiblich ist. Von den MINT-Fächern wählten die Thurgauerinnen vergleichsweise oft Biologie/Biotechnologie. Hier waren 2017 sogar mehr Frauen als Männer eingeschrieben. Über alle Studienfächer hinweg liegt der Frauenanteil bei 48 %.

Definition

Anteil Studierender der universitären Hochschulen und der Fachhochschulen auf den Stufen Lizenziat/Diplom, Bachelor, Master und Doktorat (ohne Studierende in Weiterbildung) mit einem Studienfach im MINT-Bereich (Mathematik - Informatik - Naturwissenschaften - Technik) an allen Studierenden mit Wohnkanton Thurgau vor Studienbeginn.
Zu den MINT-Fächern zählen Informatik, Technik (z.B. Elektro- und Maschineningenieurwesen, Mikrotechnik), Bauwesen (z.B. Bauingenieurwesen, Architektur), Chemie und Life Sciences (z.B. Chemie, Biologie, Pharmazie) und Andere (z.B. Erdwissenschaften, Geografie, Mathematik, Physik). Die genaue Zusammensetzung der MINT-Fachbereiche erfolgt gemäss Definition des BFS.

Grenzen der Aussagekraft

Mangels Typologie fehlt im vorliegenden Indikator die Höhere Berufsbildung, die ebenfalls Studiengänge im MINT-Bereich anbietet.
Ein Studium in einem MINT-Fach garantiert noch nicht für eine spätere Erwerbstätigkeit in der MINT-Branche. So sind überdurchschnittlich viele in einem MINT-Fach ausgebildete Personen in einer fachfremden Berufsgruppe tätig (vgl. Mangel an MINT-Fachkräften in der Schweiz, Bericht des Bundesrates, August 2010, S. 27).
Auch Fachkräfte ausserhalb des MINT-Bereichs (beispielsweise erfahrene Berufsleute ohne Tertiärbildung) werden von der Wirtschaft stark nachgefragt.

Verwandte Indikatoren

G1.1 Anteil Personen ohne nachobligatorischen Bildungsabschluss
W2.2a Anteil der Beschäftigten in High-Tech-Branchen
W2.2b Anteil der Beschäftigten in Spitzentechnologie nutzenden wissensintensiven Dienstleistungen

Weitere Informationen

Bildungsstatistik Kanton Thurgau

Bundesamt für Statistik
Bildung