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U1.4 Biodiversität

Für Nachhaltigkeit erforderliche Entwicklung: Zunehmen

Tatsächliche Entwicklung

Seit 2009/2012 Seit 2016
Die mittlere Artenzahl bei den Brutvögeln und Tagfaltern hat über die Jahre zugenommen, jene bei den Pflanzen ist hingegen in etwa konstant geblieben.

Aussagekraft

Biodiversität meint die Vielfalt des Lebens. Das Biodiversitätsmonitoring zeigt auf, wie sich diese entwickelt. Es zeigt die Artenvielfalt von Pflanzen, Tagfaltern und Brutvögeln in verschiedenen Landschaftsbereichen (u. a. Siedlungsgebiet, Landwirtschaftsgebiet, Wald)  und die Veränderung über die Zeit.

 

Daten rund um den Indikator

Kommentar

Zwischen 2014 und 2018 wurden in den insgesamt 72 Untersuchungsflächen im Kanton Thurgau im Schnitt 253 Pflanzenarten, 39 Brutvogelarten und 23 Tagfalterarten gefunden. Im Vergleich zum schweizerischen Mittelland weist der Thurgau damit bei allen drei Artengruppen praktisch die gleich hohe Artenzahl auf (aufgrund der gleichen Erhebungsmethodik ist dieser Vergleich möglich).
Seit der Ersterhebung von 2009 bis 2012 hat die Artenzahl bei den Brutvögeln und Tagfaltern im Kanton Thurgau zugenommen (+3 Arten bzw. + 2 Arten). Bei den Pflanzen ist sie dagegen in etwa konstant geblieben. Allerdings ist der Zeitraum aus biologischer Sicht relativ kurz, um Entwicklungstrends abzubilden. Zudem kann es durch die Witterung bedingt zu Schwankungen zwischen den einzelnen Jahren kommen.
 

Definition

Entwicklung der mittleren Artenzahl bei Pflanzen, Brutvögeln und Tagfaltern relativ zur Ersterhebung in den Jahren 2009–2012

Für Pflanzen, Brutvögel und Tagfalter wird je die mittlere Artenzahl aus den insgesamt 72 Untersuchungsflächen berechnet. Danach wird für jede Artengruppe ein Index gebildet, der die Entwicklung der mittleren Artenzahl relativ zum Referenzwert aus der Ersterhebung 2009–2012 angibt. Der Wert aus dieser Ersterhebung entspricht 100 %. Nimmt die Artenzahl über die Jahre zu, steigen die Werte auf über 100 % an. Nimmt die Artenzahl dagegen ab, fallen die Werte auf unter 100 %.
Der Indikator wird aus dem Mittelwert der Indizes der drei Artengruppen berechnet (geometrisches Mittel).

Grenzen der Aussagekraft

In total 72 vorgegebenen Probeflächen von einem Quadratkilometer Ausdehnung werden stichprobenartig die Arten gezählt. Die jährlichen Ergebnisse können von zufälligen Faktoren - wie beispielsweise der Witterung - beeinflusst sein. Die Daten in einem bestimmten Teilgebiet werden alle fünf Jahre erhoben.

Die ausgewählten Artengruppen entwickeln sich langsam und ihre Populationen sind jährlichen Schwankungen unterworfen. Daher ist eine kurzfristige Bewertung der Entwicklung aus biologischer Sicht nicht sinnvoll.

Verwandte Indikatoren

U1.1 Siedlungsfläche pro Einwohner
U1.2.a Anteil natürlicher/naturnaher und wenig beeinträchtigter Fliessgewässer
U3.1 Fläche wertvoller Naturräume
Kontextindikatoren "Umwelt"

Weitere Informationen

Amt für Raumentwicklung Kanton Thurgau
Natur und Landschaft
Biodiversitätsmonitoring (BDM) Thurgau

„Mitteilungen der Thurgauischen Naturforschenden Gesellschaft“, Band 69
→ Ergebnisse aus 10 Jahre Biodiversitätmonitoring Thurgau (erhältlich beim Naturmuseum Thurgau)