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U1.2.b Fliessgewässerqualität

Für Nachhaltigkeit erforderliche Entwicklung: Zunehmen

Tatsächliche Entwicklung

Seit 2001 Seit 2016
Der Anteil der Messpunkte mit den Ausprägungen „sehr gut“ und „gut“ im Verhältnis zur Gesamtzahl der Messpunkte ist langfristig gestiegen. Zuletzt hat er aufgrund der trockenen Witterung jedoch abgenommen. grün

Aussagekraft

Sauberes Wasser ist eines der zentralen Elemente unseres Lebens. Die Gewässerqualität zeigt den Grad der Belastung, welche durch zivilisatorische Tätigkeit (wie z. B.  Landwirtschaft oder Siedlungsentwässerung) verursacht wird. Sie ist ein Indikator, wie sorgfältig wir mit dieser Lebensgrundlage umgehen.

 

Daten rund um den Indikator

Kommentar

Seit 2001 hat sich die Qualität der Fliessgewässer im Thurgau deutlich verbessert. Zu Beginn der Messungen im Jahr 2001 hatten rund 15 % der untersuchten Fliessgewässer eine unbefriedigende oder schlechte Wasserqualität aufgewiesen. Im Jahr 2018 betrug ihr Anteil lediglich noch knapp 8 %. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist der in den vergangenen Jahren stetig zunehmende Anteil an Bächen mit einer sehr guten Wasserqualität. Die in den letzten Jahren konsequente Überprüfung der Hofplatzentwässerung auf Landwirtschaftsbetrieben sowie die Anstrengungen in der Siedlungsentwässerung mittels Genereller Entwässerungsplanung (GEP) wirken sich positiv auf die Wasserqualität aus.

In der jüngsten Vergangenheit hat sich der Indikator jedoch etwas verschlechtert. Über die Jahre 2016–2018 gemittelt, zeigten 71 % der Bäche und Flüsse eine gute oder sehr gute Wasserqualität. In den drei vorangehenden Jahren waren es noch 78 % gewesen.
Ursache für die Abnahme ist die gesamthaft schlechte Wasserqualität im Einzugsgebiet des Bodensees, welche 2018 bei Untersuchungen festgestellt wurde. Lediglich 43 % der untersuchten Bäche erfüllten die gesetzlichen Qualitätsziele und wiesen eine gute bis sehr gute Wasserqualität auf. Bei den letzten Messungen in diesem Einzugsgebiet im Jahr 2015 waren es noch 64 % gewesen. Die deutliche Verschlechterung der Wasserqualität verglichen mit 2015 ist eine Folge des extrem trockenen Sommers. Generell führt die zivilisatorische Tätigkeit, sei dies durch die Siedlungsentwässerung oder durch die Landwirtschaft, zu einer Hintergrundbelastung in den Fliessgewässern. Aufgrund der sehr tiefen Abflüsse in den Gewässern ist die Hintergrundbelastung im Jahr 2018 deutlich stärker zum Vorschein getreten als in anderen Jahren.

Definition

Grundlage des Indikators bildet die Beurteilung der Wasserqualität der Thurgauer Fliessgewässer anhand chemischer und/oder biologischer Untersuchungen. Die Beurteilung der Gewässerqualität erfolgt mittels einer Klassifizierung der Fliessgewässer in fünf Kategorien: sehr gut, gut, mässig, unbefriedigend und schlecht. Der Beurteilung liegt das Modulstufenkonzept für Fliessgewässer des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) zugrunde.

Der Indikator drückt den Anteil der Messpunkte mit den Ausprägungen "sehr gut" und "gut" im Verhältnis zur Gesamtzahl der Messpunkte aus.

Für die Erhebung der Daten wurde der Thurgau in drei Einzugsgebiete aufgeteilt: Bodensee, Thur und Murg (Hinterthurgau). Pro Jahr wird ein Einzugsgebiet untersucht, das ergibt eine Untersuchung alle drei Jahre in jedem Einzugsgebiet. Der Indikator basiert jeweils auf dem fortlaufenden Mittelwert über drei Jahre (Beispiel: Der Wert des Indikators 2015 basiert auf dem Mittelwert von 2013 bis 2015). Damit sind stets alle drei Einzugsgebiete im Indikator enthalten.

Grenzen der Aussagekraft

Die Aussage bezieht sich auf eine Stelle im Gewässer. Sie gibt nur bedingt Auskunft über die Wasserqualität des gleichen Gewässers an einer anderen Stelle.

Die Wasserqualität ist zum Teil gewissen Schwankungen unterworfen. Sie wird u. a. auch durch meteorologische Bedingungen beeinflusst wie Trockenheit (die zu tiefen Wasserständen führt) oder Starkniederschlag (der zu grossen Abschwemmungen in die Gewässer führt).
 

Verwandte Indikatoren

U1.2.a Anteil natürlicher/naturnaher und wenig beeinträchtigter Fliessgewässer
U3.1 Fläche wertvoller Naturräume
Kontextindikatoren "Umwelt"

Weitere Informationen

Amt für Umwelt Kanton Thurgau
Abteilung Gewässerqualität und -nutzung 

Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Modulstufenkonzept für Fliessgewässer