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W3.1.c Steuerausschöpfung relativ zum Schweizer Durchschnitt

Für Nachhaltigkeit erforderliche Entwicklung: Abnehmen oder halten

Tatsächliche Entwicklung

Seit 2008 Seit 2015
Die steuerliche Belastung hat im Kanton Thurgau stärker abgenommen als in der Gesamtschweiz. grün grün

Aussagekraft

Der Indikator widerspiegelt die steuerliche Belastung im Kanton Thurgau im Vergleich zum Schweizer Mittel.

Er zeigt, wie stark die steuerlich ausschöpfbare Wirtschaftskraft (Einkommen, Gewinne und Vermögenszuwachs) der Steuerpflichtigen im Kanton Thurgau im Vergleich zum Schweizer Schnitt durch Steuerabgaben belastet wird. Ein Wert von unter 100 % signalisiert eine im Vergleich zur Schweiz geringere steuerliche Ausschöpfung.

 

Daten rund um den Indikator

Kommentar

Die steuerliche Belastung hat im Kanton Thurgau stärker abgenommen als im schweizerischen Mittel. Da der Indikator aus dem nationalen Finanzausgleich stammt, beziehen sich die Werte auf die Situation mehrere Jahre zuvor. Der Wert für das Jahr 2008 widerspiegelt die Situation der Jahre 2003-2004. Damals wurden die steuerlich abschöpfbaren Ressourcen im Thurgau stärker belastet als im gesamtschweizerischen Mittel. Seither verbesserte der Thurgau seine steuerliche Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich. Ab 2012 (bezieht sich auf Daten der Jahre 2006-2008) liegt der Steuerausschöpfungsindex bei unter 100 %, d. h., bei einer im gesamtschweizerischen Vergleich unterdurchschnittlichen Belastung.
Im Jahr 2018 (widerspiegelt die Situation in den Jahren 2012-2014) schöpften die Kantone und Gemeinden im Schweizer Durchschnitt 25,2 % ihres Ressourcenpotentials durch Fiskalabgaben aus, im Kanton Thurgau waren es nur 21,8 %. Der Kanton Thurgau lag damit in der Rangfolge der Kantone mit der niedrigsten Steuerbelastung auf Rang 9.
Der seit Jahren rückläufige Trend bei der steuerlichen Ausschöpfung im Thurgau setzte sich zuletzt nicht fort. Mit 21,8 % war die steuerliche Ausschöpfung 2018 sogar minim höher als 2017. Grund: die Steuereinnahmen nahmen im Thurgau stärker zu als das Ressourcenpotential. In der Gesamtschweiz hielt der Abwärtstrend bei der steuerlichen Ausschöpfung jedoch auch 2018 an (vor allem dank einer niedrigeren Steuerausschöpfung in den Kantonen BS, VS, FR und ZH).
Der Steuerausschöpfungsindex nahm von 2017 auf 2018 damit erstmals seit zehn Jahren wieder zu. Das heisst: der Vorsprung, den der Thurgau bei der steuerlichen Ausschöpfung zum Schweizer Durchschnitt hat, wurde etwas kleiner.
In der Rangfolge der Kantone verbesserte sich der Kanton Thurgau trotzdem: er rückte von Rang 10 auf Rang 9 vor.
 

Definition

Der Indikator ist ein Indexwert und drückt aus, wie hoch die steuerliche Ausschöpfung des Ressourcenpotentials im Kanton Thurgau in Relation zum Schweizer Mittel ist (Index: Durchschnitt Schweiz = 100):

(Steuerliche Ausschöpfung Thurgau / Steuerliche Ausschöpfung Durchschnitt Schweiz) *100

Der Steuerausschöpfungsindex wurde im Zusammenhang mit dem neuen Finanzausgleich entwickelt. Dabei entspricht die steuerliche Ausschöpfung dem Verhältnis zwischen den Steuereinnahmen eines Kantons und seiner Gemeinden und dessen Ressourcenpotential (das Ressourcenpotential widerspiegelt die steuerlich ausschöpfbare Wertschöpfung, d. h. das Steuersubstrat). Weil das Steuersubstrat von Jahr zu Jahr stark variiert, verwendet die Eidgenössische Finanzverwaltung einen dreijährigen Durchschnitt.

Grenzen der Aussagekraft

Die Entwicklung der jüngsten Vergangenheit (aktuellste drei Jahre) wird im Indikator nicht widerspiegelt. Die Daten zum Referenzjahr 2018 beziehen sich auf die Jahre 2012-2014.

Verwandte Indikatoren

W3.1.a Steuerbelastung für Unternehmen
W3.1.b Steuerbelastung für hochqualifizierte Arbeitskräfte
Kontextindikatoren "Wirtschaft"

Weitere Informationen

Eidgenössische Finanzverwaltung

Grafik: Steuerausschöpfungsindex in der Kantonsreihenfolge
Vgl. Excel-Datei