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G2.3 Anteil Personen mit Armutsgefährdung und/oder materiellen Sozialleistungen

Für Nachhaltigkeit erforderliche Entwicklung: Abnehmen

Tatsächliche Entwicklung

Seit 2005/2007 Seit 2016

Der Anteil der Personen mit Armutsgefährdung und/oder materiellen Sozialleistungen hat zuletzt leicht abgenommen. Gegenüber 2005/2007* blieb er dagegen unverändert.

*Durchschnitt aus drei Jahren

Aussagekraft

Der Indikator zeigt, wie viele Personen Gruppen angehören, die ein erhöhtes Armutsrisiko haben. Oft ist dies mit sozialer Ausgrenzung verbunden.

 

Daten rund um den Indikator

Kommentar

Im Jahr 2017 waren knapp 14‘000 Personen oder 5 % der ständigen Wohnbevölkerung im Kanton Thurgau armutsgefährdet und/oder bezogen materielle Sozialleistungen. Dies sind fast 2‘300 Menschen mehr als noch im Jahr 2005. Der Anteil der betroffenen Personen an der Bevölkerung ist jedoch nicht erheblich gestiegen, da die ständige Wohnbevölkerung in diesem Zeitraum zugenommen hat.
Rund 60 % der Personen mit Armutsgefährdung oder bezogenen Sozialleistungen sind Bezüger von Ergänzungsleistungen zur AHV oder IV (2017 knapp 8‘100 Personen). Seit 2005 ist sowohl deren absolute Zahl als auch ihr Anteil an den Personen mit Armutsgefährdung gestiegen. Dies ist sowohl auf die demographische Entwicklung als auch auf die steigenden Gesundheits- bzw. Pflegekosten zurückzuführen.
Demgegenüber ist die Zahl der Sozialhilfebezüger im Jahr 2017 mit über 4‘700 Personen in etwa gleich hoch wie 2005.
Die Zahl der neu aus der Arbeitslosenversicherung ausgesteuerten Personen ist aufgrund der Konjunktur und der Lage auf dem Arbeitsmarkt Schwankungen ausgesetzt. Im Jahr 2017 wurden dank der konjunkturellen Erholung etwas weniger Menschen als in den beiden Vorjahren neu ausgesteuert (knapp 1‘100 Personen). Die höchste Zahl an Neuaussteuerungen wurde zwei Jahre nach der Rezession von 2009 verzeichnet.

Im Vergleich zu 2016 hat der Anteil Personen mit Armutsgefährdung und/oder materiellen Sozialleistungen leicht abgenommen. Dies ist auf einen Rückgang bei den neu ausgesteuerten Personen zurückzuführen.

Definition

Anteil der im Kalenderjahr neu ausgesteuerten Personen, Sozialhilfebezüger und Bezüger von Ergänzungsleistungen an der ständigen Wohnbevölkerung:

Grenzen der Aussagekraft

Neben den ausgewiesenen Personengruppen gibt es weitere Personen, die ein erhöhtes Armutsrisiko oder ein erhöhtes Risiko für soziale Ausgrenzung haben. Diese können jedoch statistisch nicht als Gruppe „gefasst“ werden.

Da die Zahlen zu den ausgewiesenen Personengruppen aus unterschiedlichen Quellen stammen, sind Doppelzählungen möglich. Eine Person kann beispielsweise sowohl zu den im betreffenden Jahr neu ausgesteuerten Personen als auch zu den Sozialhilfebezügern zählen.

Verwandte Indikatoren

G1.1 Anteil Personen ohne nachobligatorischen Bildungsabschluss
G2.1 Bildungsunterschiede nach Migrationshintergrund
G2.2.a Lohnunterschiede nach Geschlecht
W1.2.c Anteil Stellensuchende
Kontextindikatoren "Gesellschaft"

Weitere Informationen

Dienststelle für Statistik Kanton Thurgau
Sozialhilfequoten

Amt für Wirtschaft und Arbeit Kanton Thurgau

Sozialamt Kanton Thurgau

Sozialversicherungszentrum Kanton Thurgau